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Verleihung des Rosa Courage Preises

Wann: Mittwoch, 23.04.2008, 18:00 Uhr

Wo: Friedenssaal im Rathaus Osnabrück

Eintritt frei

 




Zum inzwischen 17. mal wird der Rosa Courage Preis an einen Menschen verliehen, der sich in be­sonderer Weise für die Rechte von Schwulen und Lesben eingesetzt hat. Auf Rosa von Praunheim trifft dies in ganz besonderer Weise zu.

 

Schon früh begann er sich zu engagieren. Mitte der 1960er Jahre nahm er den Künstlernamen „Rosa von Praunheim“ an, der eine Reminiszenz an den rosa Winkel darstellt, den homosexuelle Gefangene in Konzentrationslagern tragen mussten, sowie an den Frankfurter Stadtteil Praunheim, wo er als Jugendlicher aufwuchs.

 

Als 1971 sein Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt" in die Kinos kam, schrieb er damit ein Stück bundesdeutsche Schwulengeschichte und gab entscheiden­den Anstoß zur politischen Homosexuellenbewegung im Nachkriegsdeutschland. Erstmals disku­tierten Schwule in der breiten Öffentlichkeit über Homosexualität und schwule Rechte. Infolge die­ses Filmes bildeten sich in ganz Deutschland viele schwule Aktionsgruppen. In seinem filmischen Werk gelang es ihm mit einer Vielfalt stilistischer Mittel immer wieder die politische Diskussion auf­zunehmen und neu anzuregen.

So auch in seiner outing-Aktion bei rtl-explosiv - der heiße Stuhl (1991), für die er zunächst heftig kritisiert wurde, ohne die sich heutzutage allerdings kein regierender Bürgermeister während der Wahl zu seinem schwulen Leben hätte bekennen können.

 

In den 80-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts galt sein Engagement in besonderer Weise der Aids-Prävention. 10 Jahre Einsatz in engagierter und provokativer Weise zur Verhinderung weiterer Erkrankungen und weiteren Leids und immer auch zur Entdiskriminierung von Schwulen und Les­ben ein.

 

Sein filmisches Werk umfasst inzwischen mehr als 60 Filme, mit dem er für Furore und Diskussio­nen gesorgt und die Kinowelt immer wieder in zwei Lager gespalten hat, der aber andererseits auch berührend von und über das Leben einzelner Menschen wie Charlotte von Mahlsdorf berich­ten kann.

 

Trotz aller Kritik erfolgte dennoch auch die Anerkennung seines filmischen, literarischen und politi­schen Schaffens z.B. mit dem Bundesfilmpreis oder einer Hochschuldozentur für Regie.

Sein nachhaltiges, auch unter Schwulen nicht unumstrittenes Engagement beleuchtete anlässlich seines 65. Geburtstages im vergangenen Jahr eine Ausstellung im Schwulen Museum Berlin mit dem ironischen Titel "Rosa geht in Rente".

 

Musikalisch gestalten Marije van Duijne Strobosch (Piano) und Benno Berlin (Gesang) die Veranstaltung. Die beiden in Utrecht lebenden Künstler bringen Ausschnitte aus ihrem neuen Kurt Weill Programm: "Speak low when you speak love!"

 

Im Anschluss an die Preisverleihung wird zum Sektempfang geladen.

 

Veranstalter: Gay in May e.V.





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