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Praça Roosevelt

Die „Praça Roosevelt“ ist ein Platz im Herzen von Sao Paulo, an dem sich die Bordelle neben die Büros, die Kneipen neben die Bingohalle drängeln und auf dem sich die Lebens- und Leidenswege von einem Dutzend Menschen kreuzen. Dea Loher beschreibt mit ihrem im Juni 2004 am Thalia Theater in Hamburg uraufgeführten Stück in einer Momentaufnahme das Großstadtleben an einem Ort, wo sich alle treffen, die Alten und die Jungen, die, die Arbeit haben und die, keine Arbeit haben, die Dealer, die Huren und ihre Kunden, der Revolverfabrikant und die Sekretärin, der Transvestit und die Bingozahlen-Ansagerin, das Ehepaar und der Polizist, der im täglichen Chaos nach seinem Dealer-Sohn sucht. Trotz allem haben sie noch Träume vom Leben und versuchen hartnäckig, einen Zipfel vom Glück zu erwischen – und sind doch nur von morgens bis abends damit beschäftigt, den Tag zu überleben. „Im Grunde ist dieser Platz so gut oder so schlecht wie jeder andere Platz in dieser Stadt. Oder sollte ich besser sagen, jeder andere Platz, den ich kenne“, sagt der Polizist Mirador bei Dea Loher. Die „Praça Roosevelt“ steht repräsentativ für eine Gesellschaft, in der die Tragikomik zu Hause ist und Außenseiter, Verrückte und biedere Bürger täglich miteinander versuchen, ihr unberechenbares Leben zu bewältigen, die Gewalt und Kriminalität längst eingebaut hat in ihr Funktionieren. Lohers südamerikanische Praça Roosevelt ist weniger exotisch als realistisch: die Träume und das Elend sind – wie vieles andere – längst global.

 

Stadttheater, Eintritt an der Theaterkasse erfragen

Mi 04.05. 19.30 Uhr

So 08.05. 15.00 Uhr

Di 10.05. 19:30 Uhr

Mi 18.05. 19.30 Uhr



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